Wiederaufbauhilfe für Iwate

Auf dieser Seite finden Sie die Reiseberichte unserer Gemeindemitglieder, die in unregelmässigen Abständen Iwate aufsuchen. Die Projekte dort nehmen Gestalt an, über die Fortschritte wird hier berichtet.
Die Berichte aus dem Jahr 2011 finden Sie hier.
Die Bilder dazu finden Sie in unserem Fotoalbum, bzw. in den verlinkten privaten Webalben.





"Violinkonzerte und Schrebergärten" - 14.-15.07.2012


"Golden Week 2012" - 01.-02.05.2012


"Docodemo Eco Car" - 26.04.2012


"Ostern 2012" - 09.04.2012


Berichte - Januar bis März 2012

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Ostern 2012

von Lucinde Hutzenlaub

Nach Fukushima sind es noch 20 km. Ich fotografiere das Autobahn-Schild.
Wir haben vorher den Tank gefüllt und auf Umluft gestellt. Außerdem hoffen wir, dass wir nicht ausgerechnet jetzt in einen Stau geraten und fahren deutlich schneller als die erlaubten 80 km pro Stunde.
Draußen gehen Menschen spazieren, arbeiten Bauarbeiter an der Straße und Bauern pflügen ihre Felder. Die Sonne scheint, und wir fragen uns mal wieder, ob vielleicht doch WIR übervorsichtig sind.
Sind wir?
Zum Glück liegt unser Ziel sowieso viel weiter im Norden - um genau zu sein, 224 km - mindestens also genauso weit von Fukushima entfernt wie Tokyo; trotzdem immer noch eine Gegend, in die sich viele nicht trauen, und deren Fisch, Obst und Gemüse vor allem von uns Ausländern nicht so gern gekauft werden.
Aber genau dort wollen wir hin.
Nach Iwate, eine der drei Präfekturen Japans, deren Küsten vom Tsunami zerstört wurden. Noch genauer: Nach Ofunato, später nach Kamaishi.
Ofunato ist eine kleine Stadt, zu der eine besondere Verbindung besteht, seitdem ein paar Mitarbeiter der Deutschen Schule Tokyo Yokohama letztes Jahr im April mit Kaffee, einem Gaskocher und ca. 80 von Müttern der DSTY gebackenen Kuchen dort hochfuhren und vor einer der Notunterkünfte verteilten.
Kaffee und Kuchen war natürlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein, aber vielleicht auch gerade deshalb so kostbar, weil es einfach eine Verschnaufpause war, wenn man so will, eine Pause von der Katastrophe, der Trauer, dem Gestank und den Aufräumarbeiten.
Die Dankbarkeit und Freude war wohl unbeschreiblich - und so entstand aus diesem Besuch eine Idee: Warum nicht einmal im Monat 10 Kuchen dorthin schicken – erst einmal für ein Jahr - um diese Pause weiterzuführen? Jeden Monat also backen (wir) Mütter ein paar Kuchen. Jeden Monat werden sie dort am Bahnhof verteilt. Jeden Monat freuen sich die Menschen dort oben aufs Neue. Jeden Monat die Botschaft von uns: "wir denken an euch". Auch jetzt befinden sich in unserem Kofferraum mindestens 20 Kuchen, Osterhasen und Schokoeier.

Fukushima liegt bereits weit hinter uns, als sich die Straße langsam zur Küste hin bewegt. Vor uns ist eine Wüste mit Häuser-Grundplatten, ab und zu ein Laternen-Mast, dann wieder Wrack-Berge, riesenhafte Holzberge - Schutt. Alles feinsäuberlich sortiert und abgedeckt. Ein Jahr Aufräumarbeiten und kein Ende in Sicht.
Wahnsinn, was die Leute dort geleistet haben im letzten Jahr - aber auch unvorstellbar, was vor ihnen liegt, sollten sie das alles wieder aufbauen wollen - und soll man ihnen das überhaupt wünschen?
Wir machen das Radio aus - zu so viel Zerstörung und Leid kann man keine Pop-Musik ertragen. Unsere Kinder im Auto sind ganz still. Schrecklich faszinierend sind die Häuser-Skelette, die zerfetzten Leitplanken und die vielen Zeugnisse von einem Alltag, den es dort mal gab.
Die leergefegten Gebiete sind unfassbar groß. Wo sind bloß all die Menschen hin, die hier gewohnt haben? So etwas im Fernsehen zu sehen, lässt einen bestimmt nicht kalt, aber hier und jetzt durch diese Ebene zu fahren, mittendrin zu sein, macht einem die Tragweite erst so richtig bewusst.

Wir fahren eine ganze Weile durch diese zerstörte Ebene, bis wir das blau glitzernde Meer vor uns haben. Still und ruhig liegt es vor uns - kleine Wellen plätschern freundlich an den Strand.
Man kann sich beim besten Willen nicht vorstellen, dass das das gleiche Meer sein soll, das innerhalb kürzester Zeit so viel Unheil angerichtet hat.
In Ofunato treffen wir uns mit Katrin, Christine und den jeweiligen Familien, plus einer jungen Fotografin, und bringen erst einmal einen Großteil der Kuchen an den Bahnhof, der zu einer Art Gemeinde-Zentrum geworden ist, seitdem der Tsunami die Schienen an vielen Stellen zerstört hat.
Abgesehen von unserem Kuchen gibt es dort Second-Hand-Kleider und selbstgestrickte Tiere, genähte Täschchen und bedruckte T-Shirts zu kaufen.
Man kann ganz deutlich spüren, dass wirklich jeder versucht, mit seinen persönlichen Fähigkeiten und Ideen die Menschen und den Aufbau von Ofunato zu unterstützen.
Das Schöne daran ist: alles wird wertgeschätzt und gerne angenommen.
Es ist unvorstellbar, wie die Menschen strahlen, als wir mit unseren Kisten ankommen!
Theoretisch könnte man sich fragen: Was bringen denn 10 Kuchen? Was sollen drei gestrickte Bären schon helfen? Genau das war zumindest mein Gefühl:
Einen Kuchen, na gut, aber im Grunde genommen hab ich ja gar nicht WIRKLICH irgendetwas gemacht...?!
Jetzt gerade, als ich hier mit den Kuchen stehe, wird mir bewusst, dass es eben nicht so ist. Alles ist wichtig. Alles zählt. Alles ist wesentlich und macht einen Unterschied. Diese Wertschätzung und Freude zu erfahren, öffnet mir die Augen und ist mein persönliches Ostergeschenk an diesem Wochenende.

Abgesehen vom Kuchen und Kaffee-Ausschank haben sie einen Waggon zu einem Restaurant für Besucher gemacht - gerade als wir dort sind, kommt ein Bus aus Tokyo an, mit Menschen, die (wie uns erklärt wird) "mal schauen wollen, wie es jetzt dort oben ist".
Man mag das seltsam oder geschmacklos finden, diese Art Sensationstourismus, aber auf der anderen Seite ist es genau das, was die Küste dort oben braucht: Besucher, Touristen, Menschen, die sich wieder trauen, dieses wunderschöne Stück Japan zu bereisen und anderen davon zu erzählen.

Stolz zeigt uns ein älterer Herr, der das Cafe betreut, ein gerahmtes Foto von Leah (14) mit Schaffner-Mütze - aufgenommen beim letzten Besuch im Herbst. An diesen kleinen Gesten merken wir, wie wichtig diese Besuche und unsere "Treue" den Menschen dort ist.
Außer Leahs Schaffner-Foto entstand letztes Mal eine weitere Idee:
Ein Grundstück, das sich als Gemeinschafts-Garten eignen würde, wurde gefunden. Ein Garten, der von den Menschen, die nach mehr als einem Jahr immer noch in den Notunterkünften leben, genutzt werden kann.
Gemüsebeete sollten entstehen, und an einer anderen Stelle eine Art Gemeindehaus, in dem man sich treffen kann. Reden, basteln, arbeiten... - ein kleines Stück Selbstversorgung, ein Beitrag, ein Stück Leben.
Um an diesem Stück Normalität ein bisschen mitzuarbeiten, sind wir heute morgen um 5 Uhr aufgebrochen. Zugegebenermaßen haben wir das milde Tokyo-Wetter samt wunderschöner Kirschblüte ein bisschen widerwillig gegen Temperaturen um den Gefrierpunkt eingetauscht.
Und wie so oft sind wir einfach drauflos gefahren, mit dem beruhigenden Wissen, dass unsere Freunde Katrin und Christine jeweils mit Familien auch dort sein würden, Edda und Alex von der Schule und Komatsu-san, ein ehemaliger Physiotherapeut aus Yokohama, der letztes Jahr seinen Beruf aufgegeben hat, um zu helfen, zu organisieren, zu koordinieren. Auf alle Fälle Leute, die japanisch sprechen können.
Aber wer braucht schon viele Worte, wenn er Kuchen dabei hat?
Plötzlich war es einfach, die Erde, die vom Nachbargrundstück entfernt und irgendwo verkauft werden sollte, auf "unsere" sehr steinigen Beete zu fahren, gab es keinerlei Einwände mehr gegen irgendetwas, und sogar einen Sack voller Pflanzkartoffeln und Lauch für unsere noch nicht angelegten Beete obendrauf - das alles für ein Lächeln und ein Stück Kuchen...

Wir alle haben es genossen, uns in der Natur zu bewegen und zu arbeiten - eine willkommene Abwechslung zum Großstadtleben in Tokyo. Außerdem war es so kalt, dass man sich einfach bewegen musste - aber ja, es hat wirklich Spaß gemacht, Bambus abzuholzen und mit der Machete zu befreien, Steine aus der Erden zu hacken - alles sehr befriedigende Aktivitäten. Jeder half, jeder fand seine Aufgabe - es hat sich keiner verletzt, und zusammen zu arbeiten und zu sehen, wie etwas entsteht, ist einfach ein unglaublich schönes Gefühl. Fast so schön, wie mit Muskelkater und doch noch durchgefroren in den nahegelegenen Onsen zu steigen...

Unsere Nachtquartiere sind kleine Hütten, die direkt an den Klippen, aber weit über dem Meeresspiegel liegen. Wir haben kein Bad, dafür aber riesige Panorama-Fenster mit einer atemberaubenden Aussicht auf die unendlichen Weiten des Meeres. Ich ertappe mich dabei, wie ich mir vorstelle, wie aufregend es wäre, einer solchen Urgewalt wie einem Tsunami von hier oben aus zuzuschauen. Wie weit würde wohl die Welle reichen? Wie viel sind 20 oder 30 Meter? Wie hört sich so eine Riesen-Welle überhaupt an?

Für ein Osterfeuer sind wir zu müde, aber das Erdbeben am Morgen spüren wir alle.
Wir teilen uns auf: Edda und Alex gehen nochmal in den Garten, und wir anderen - 7 Erwachsene und 9 Kinder, fahren in die Kirche nach Kamaishi.
Die Gemeinde Kamaishi wird von der evangelischen Kirchengemeinde in Tokyo unterstützt, der auch wir angehören. In unserem Gepäck sind die restlichen Kuchen und ein paar Osterhasen.

Der Kirchenraum besteht aus dem hölzernen Balken-Gerüst, das der Tsunami übriggelassen hat, ab 4 Meter Höhe scheint die Sonne durch die bunten Kirchenfenster - darunter füllen Pappe und Plastik die Lücken.
Ein Fischer verteilt im Vorraum Algen, obwohl er kein Mitglied ist, aber trotzdem zu Gunsten der Kirche. Später werden wir mit ihm an den Hafen fahren, wo er uns einen von Lufthansa-Technik (Hamburg) gespendeten Ofen zeigen will, mit dem man Algen (Wakame) weiterverarbeiten kann.
Der Raum ist gut gefüllt, aber junge Leute sehen wir nicht - der Altersdurchschnitt ist vermutlich ungefähr 60. Wir bekommen ganz rührend ein japanisches Gesangbuch und die Bibel (auf japanisch) in die Hand gedrückt, und es steht auch immer einer der Kirchgänger auf, um uns die richtige Seite hinzublättern.
Der Gottesdienst ist natürlich auch auf japanisch, und obwohl wir kein Wort verstehen, können wir alle die Traurigkeit und Erschöpfung hinter den Worten deutlich spüren.
Wieder sind die Kinder unglaublich still - und das obwohl der Gottesdienst ungefähr 2 Stunden dauert.
3 ältere Männer werden getauft. Ganz alleine knien sie dort vorne, ganz alleine sind sie in der Kirche - alle drei haben alles verloren, leben immer noch in den Containern am Hang.
Ich stelle mir vor, wie einsam sie sein müssen.
Umso schöner ist es, mit anzusehen, wie herzlich sie nach der Taufe von allen umarmt und beglückwünscht werden.
Es wird fotografiert und gefilmt, was das Zeug hält. Unser Gefühl, dass die Kamera unserer Fotografin vielleicht ein bisschen laut und deplatziert sein könnte - völlig unbegründet. Ganz im Gegenteil. Die ganze Gemeinde muss sich vor dem Altar zum Gruppenbild mit uns aufstellen.
Jeder schüttelt jedem die Hand. Und dann natürlich das Highlight: der Kuchen.
Zum Glück reicht es für jeden ein Stück - am Schluss werden sogar die Krümel von den Platten gelöffelt.
Im Gegenzug bekommen die Kinder ein hartgekochtes Ei, und ihre Freude darüber ist ebenfalls groß und - was das Schönste ist - auch echt.
Überhaupt hab ich unsere Kinder selten so demütig, bescheiden und bewusst erlebt. Keine Frage nach Osterkörbchen, McDonalds oder Internet - kein Streit in diesen paar Tagen. Vielleicht lernen sie hier mehr, als ich ihnen jemals mit Worten beibringen kann?

Der Fischer fährt mit seinem Laster voraus. Vorbei an weiteren leergefegten Ebenen, provisorischen und im Wiederaufbau befindlichen Gebäuden, Tankstellen, Straßen. Dazwischen immer wieder auch kleine rote Fahnen, von denen die einen sagen, es seien übriggebliebene Markierungen von bereits freigegebenen Häusern, die anderen sagen, die Markierungen seien dort aufgestellt worden, wo man eine Leiche gefunden hatte. Da ich sehe, glaube ich eher Letzteres und verbiete meiner Phantasie, mir das Bild vor einem Jahr auszumalen.
Der Fischer führt uns zu dem Hafen, in dem sein Schiff und das vieler anderer Fischer liegt.
Gerne hätte er uns mit aufs Meer hinaus genommen, doch ist es wohl so, dass die japanische Regierung einen Beitrag zum Wiederaufbau leistet, der zwar das Boot abdeckt, aber nicht den Motor. Oder nicht die Geräte, die man zum Fischfang braucht. Wir sehen also viele Boote am Ufer liegen, alle neu und schön. Alle ohne jegliches Zubehör.
Der Hafen selber ist eine Ruine - die große Uhr, die man sicher bis weit auf das Meer hinaus sieht, ist um 3.45 Uhr stehengeblieben.
Ich kann mir den zeitlichen Ablauf am 11. 3. kaum vorstellen - wie ist das gewesen, wann haben die Menschen begriffen, dass wirklich etwas anders ist als sonst, wie schnell ging das alles?

Nachdem er mit den Männern und der Lufthansa-Cargo Flagge ein Foto vor dem Ofen gemacht und für uns eine Schüssel mit selbstgefangenen und gekochten Krebsen gebracht und sich an unserer Begeisterung gefreut hat, nimmt uns der Fischer mit zu seinem Freund und Kollegen.
Dessen Haus ist fast als Einziges stehengeblieben - allerdings bis auf Schulterhöhe geflutet.
20 Minuten vergingen zwischen dem Beben und dem Tsunami, sagt er uns - und dann hat die große Welle nur 3 Minuten gebraucht, um die ganzen Buchten zu füllen.
Chancenlos, wer weiter vorne am Wasser war.

Während wir an seinem Haus stehen und den Wiederaufbau bewundern, schweift mein Blick über die Bucht. Da wo jetzt vor uns einfach nur das Meer ist, war vorher ein ganzes Dorf.
Ich versuche, mir die Häuser vorzustellen und die Geräusche, versuche, das Leben zu sehen, das hier mal stattgefunden hat, aber ich kann es nicht. Und das, obwohl jedes Haus, oder vielmehr jeder Grundriss, hier immer noch eine Geschichte erzählt, denn in jedem Haus finden sich noch Erinnerungen an einen Alltag: Sushiplatten, eine kleine Deko-Katze, Shampoo, Kochtöpfe, ein Schuh.

Der Fischer schaut uns ganz verwundert an, nachdem wir fragen, ob er denn bleiben will. Das sei sein Zuhause. Und immerhin sei es ja noch ganz, sagt er. Und er macht nicht den Eindruck, als ob er da irgendwelche Zweifel hätte.

Auf dem Heimweg sprechen wir darüber, wie toll es wäre, wenn die DSTY für die Oberstufen-Klassen statt einer Klassenreise einen Arbeitseinsatz in Ofunato organisieren würde. "Bonding" nach den Ferien, Klassenzusammenhalt, soziales Verständnis - Gartenarbeit, etwas Bleibendes, Wertvolles schaffen, und ihren Beitrag leisten und vor allem: genau so viel Freude, Spaß und Wertschätzung zu erfahren, wie uns entgegengebracht wurde? Das fände ich wirklich schön und ich würde mir wünschen, dass das Idee Nummer 3 sein könnte.
Sayoonara, Lucie

p.s.: Als wir uns alle voneinander verabschieden, fängt es an zu regnen - und kurz darauf sehen wir über den Klippen der hinter uns liegenden Buchten den allerschönsten Regenbogen. Ich bin dankbar und voller Hoffnung.

Die Bilder zu diesem Beitrag finden Sie hier.

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Docodemo Eco Car-Bericht - 26. April 2012


Sehr geehrte Frau Hübler-Umemoto,

die Zeit rast. Schon über ein Jahr ist seit der großen Tsunami-Katastrophe vergangen.

Vieles ist in diesem Jahr erreicht worden, aber im Prinzip wurden nur die Trümmer auf einen großen Haufen getürmt. Die Orte sind immer noch genauso eine Wüste.

Die Situation der Betroffenen ist nach wie vor sehr schwierig. Das Leben in den weit abgelegenen, engen und schlecht isolierten Behelfswohnheimen verlangt seinen Zoll, zumal etwa die Hälfte der Bevölkerung Senioren sind. Zahlreiche alte Menschen sahen für sich keine Zukunft mehr und haben sogar den Freitod gewählt. Auch nach einem Jahr ist noch nicht klar, ob, wo und wann die Orte wieder aufgebaut werden. Die Behelfswohnheimsiedlungen werden daher wohl deutlich länger als die gesetzlich vorgesehenen zwei Jahre existieren. D.h. noch länger "Leben im Busch".

Insofern hatte unsere Initiative DoCoDeMo Eco Car gemeinnütziger e.V. (DDEC) eine erhebliche Wirkung. Mit Spenden und Sponsoring der deutschen Wirtschaft, der Deutsch-Japanischen Gesellschaften, des Rotary Clubs Hamburg und von Privatleuten haben wir inzwischen über 20 Fahrzeuge zur gemeinsamem Nutzung im Katastrophengebiet eingesetzt. Die Botschaft und die Deutsche Industrie- und Handelskammer in Japan haben uns nach Kräften unterstützt.

Die Fahrzeuge werden rege benutzt für Arztfahrten, zum gemeinsamen Einkauf in den z.T. 15-20 km entfernten Supermärkten, für Sportveranstaltungen der Schulkinder, wie z.B. Fahrten zu Wettkämpfen des Kendo-Clubs der Utatsu-Mittelschule in Minami Sanriku, oder die Alten-Initiative in Shizukawa, usw.


Der drangvollen Enge zu entrinnen, wenn auch nur für kurze Zeit, ist für die Betroffenen inzwischen lebenswichtig. Sie sind den Sponsoren und uns, die wir diese Aufgabe alle als Freiwillige übernommen haben, jedenfalls sehr dankbar für die Initiative und wir haben es sogar zu einem Leitartikel auf Seite 1 der Tokyo Shinbun gebracht.

Auch Privat-Initiativen gab es. Die Frankfurter Boutique-Besitzerin Lilo Zeh hat z.B. ein T-Shirt entworfen und aus den Erlösen persönlich einen Achtsitzer-Kleinbus Toyota Voxy gesponsert. Dazu verkauft sie bei sich im Geschäft gehäkelte Topfreiniger einer Frauengruppe auf der ganz ablegenen Halbinsel Oshika, deren Männer durch die Zerstörung der Fischindustrie in diesem Gebiet arbeitslos geworden sind. Mit den hübschen Topfreinigern bessern sie das Famileneinkommen etwas auf. Diese Gruppe erhielt von uns einen kleinen Kastenwagen für den Transport der Produkte und des Materials.

Wir haben jetzt allerdings ein großes Problem.

Dank des Zeitungsartikels haben wir von Japanern gebrauchte ältere, aber (mit z.T. nur 25.000 km auf dem Tacho) noch „jung gebliebene“ und gut verwendbare Fahrzeuge gespendet bekommen. Für diese fehlt es uns jetzt an Sponsoren für Versicherung, Steuern und „TÜV“ und sie stehen derzeit ungenutzt in einer Halle in der Iwate-Präfektur. Ebenso haben wir für die Fahrzeuge im Einsatz deutlich höhere Ausgaben für Kraftstoff-Hilfen, als wir erwartet hatten, da die Fahrzeuge sehr rege in Anspruch genommen werden.


Ich möchte Sie daher noch einmal inständig bitten, bei Ihrer Kirche dafür zu werben, unsere Initiative zu unterstützen.


Es wäre natürlich einerseits sehr schön, wenn jemand die Patenschaft für eines dieser Fahrzeuge übernehmen könnten. Hierfür halten wir Sponsorverträge bereit, die das Recht für Werbesticker an den Türen geben. Andererseits ist es aber nicht nötig, ein ganzes Fahrzeug zu sponsern – uns ist jeder Spendenbetrag lieb, den wir dann für die oben genannten Ausgaben und Kraftstoff verwenden können.

Als kleines Bonbon haben wir für jede Spende über €150 vorgesehen, einen Original Topfreiniger von der Oshika-Halbinsel mit einem Dankschreiben der Frauengruppe zu übersenden.

Wir sind für jede Hilfe dankbar.

Mit besten Grüßen
Hans-Henning Judek
Initiative DoCoDeMo Eco Car gemeinnütziger e.V. (DDEC)




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Abschiedsreise nach Iwate vom 1. – 3. Mai 2012

von Elisabeth Hübler-Umemoto

Vor genau einem Jahr waren wir zum ersten Mal in Tohoku, genauer in einigen Küstenstädten der Iwate-Präfektur. Die Kirschbäume blühten noch und es war wieder Koinobori-Zeit (Zeit der Karpfenwindsäcke zum Kindertag am 5. Mai).
Pfarrer Haruo Ohta, Studienkollege meines Mannes, hat uns damals die Türen geöffnet, so dass wir viele unglaublich freundliche Menschen kennen lernen durften. Mit ihnen zusammen haben wir in den vergangenen Monaten Konzepte erarbeitet, wofür und an wen wir die Spendengelder aus Deutschland weitergeben können.
Koinobori In Miyako trafen wir Pfarrer Moriwake im Hikari-Kindergarten an. Die Kinder begrüßten uns mit einem Lied und wir konnten noch einmal den Bus anschauen, den die Deutsch-Japanische Gesellschaft Bremen gespendet hatte.
Pfarrer Moriwake begleitete uns dann zur Miyako-Kirche, die von freiwilligen Helfern des CVJM Yokohama bewohnt ist, die nach wie vor vor Ort beim Wiederaufbau helfen.
Für uns, die aus Deutschland andere Zahlen gewohnt sind, ist es unvorstellbar, dass die Gemeinde in Miyako nur 9 (in Worten: neun) Mitglieder hat. Alle anderen sind Assoziierte und Freunde, aber nicht Getaufte. Dennoch gibt es sie und sie unterhält den Kindergarten und diese Kirche.
Von Miyako fuhren wir nach Süden die Küstenstraße entlang. Immer noch sieht man die tiefen Wunden, die die Tsunamiwellen geschlagen haben. Dort, wo Häuser standen, sind nun freie Flächen bzw. niedrige Betonfundamente, die die Grundrisse zeigen. In Otsuchi besuchten wir die beiden Kindergärten Osanago und Midori. Beide haben noch nicht wieder genügend Kinder und die weitere Entwicklung des Wiederaufbaus der Stadt ist noch immer ganz offen, aber wir trafen alle fröhlich und zuversichtlich an.
Im Osanago-Yochien wurden wir von der Leiterin, Frau Hakoyama, und ihren Mitarbeitern sehr herzlich empfangen mit Basteleien der Kinder zum Kindertag. Dem Osanago-Kindergarten hatten wir aus den deutschen Spenden eine neue Heizungsanlage finanziert.
Der Midori-Kindergarten hat auf einem gemieteten Grundstück ein neues von Unicef finanziertes Gebäude bezogen und der Leiter, Herr Suzuki, hat endlich nach einem Jahr Busfahrer vom Silverservice (einer Agentur, die Rentner zu ehrenamtlichen Diensten vermittelt) bekommen. Sie holen nun die Kinder ab und bringen sie wieder nach Hause. So muss Herr Suzuki nicht mehr zusätzlich zu seiner normalen Arbeit täglich 250 km zu all den Containersiedlungen fahren, in denen die Kinder wohnen. Der Midori-Kindergarten hatte aus den deutschen Spenden Geld bekommen, um in der allergrößten Notzeit die Gehälter für seine Mitarbeiter weiter zahlen zu können.
bei Frau Inoue Abends fuhren wir nach Kamaishi zu Frau Inoues kleiner Pension. Dort versammelten sich zu einer kleinen Abschiedparty noch einmal die Menschen, die wir in Kamaishi kennen gelernt hatten. Dirigent Yamazaki, dessen Aufführung der Neunten von Beethoven wir unterstützt haben und hören durften. Stadtrat Goda, der uns bei der ersten Reise alle Orte zeigte und uns auch eine Notunterkunft von innen besuchen ließ. Ehepaar Maruki, er Sozialarbeiter der Stadt, Hotelier und Besitzer einer kleinen Sakefabrik. Sowie Frau Fujiwara, Leiterin des Kinderhortes in Kamaishi. Dem Sozialverein der Stadt sowie dem Kinderhort hatten wir aus den deutschen Spendengeldern Autos finanziert.
Sie alle bedankten sich sehr für die Kontakte, die wir im Laufe der Zeit vermittelt hatten und die Gelder, die wir weiter gegeben hatten. Die Familien Yamazaki und Maruki haben in den Wellen alles verloren und wohnen in einer der provisorischen Wohnungen der für die Erdbebenopfer eingerichteten Containersiedlungen. Herr Maruki erzählte uns noch einmal die Geschichte, wie sein Großvater das Familienhaus neun Mal verloren und neun Mal an derselben Stelle wieder aufgebaut hat. Die innere Kraft der Menschen, die in Nordostjapan mit Erdbeben, Tsunamikatastrophen, Kriegsfolgen zu tun hatten und haben, ist einfach enorm.
Frau Inoue hatte wunderbares Essen gemacht und es hat mich beschämt, wie dankbar die Menschen uns waren. Waren wir doch lediglich Vermittler der guten Taten vieler Menschen in Deutschland.
Am nächsten Tag machten wir zunächst einen Besuch im Kinderhort Kamaishi. Auch dort überhäuften uns die Kinder mit selbst gefertigten Geschenken. Danach fuhren wir zur Shinseikamaishi-Kirche, wo wir von Pfarrer Yanagiya und den beiden Fischern Sasaki herzlich empfangen wurden.
Anschließend ging es nach Ofunato, wo wir in der Kirche niemanden antrafen, aber in der Hafengegend eine Container-Ladensiedlung besuchten. Hier haben diejenigen, die sich retten konnten, ihr jeweiliges Geschäft wieder eröffnet.
Anschließend ging es über Toni, einen kleinen Ort, der eine riesige Welle abbekommen hat, nach Kesennuma. Dort trafen wir in seiner kleinen Bucht den
Fischer und Unesco-Umwelt-Preisträger, Herrn Hatakeyama. Er hat u.a. ein Buch veröffentlicht, in dem er das ökologische Zusammenspiel zwischen einem gesunden Mischwald und einem artenreichen Meer wissenschaftlich aufgearbeitet hat. Der Titel des Buches ist „Wald und Meer sind ein Liebespaar“.
Auch in dieser Bucht hatten riesenhohe Wellen alles weg gespült. Herrn Hatakeyamas Haus liegt oben am Hang und wurde so gerade noch verschont. Jetzt geht hier die Jakobsmuschelzucht wieder los, und Herr Hatakeyama hat ein kleines Tagungshaus errichtet, in dem er Studenten- und Schülergruppen zu Umweltseminaren empfängt. Außerdem ist ein Forschungszentrum in Bau, in dem Wissenschaftler aus aller Welt sich mit der Regeneration der Natur nach dem Tsunamiereignis beschäftigen werden. Die gesamte Bucht hat keine nächtliche Außenbeleuchtung mehr. Da werden wir aus den deutschen Spendengeldern einige Außenlampen installieren lassen.
Jakobsmuscheln Im Wasser der Bucht sahen wir merkwürdige gelbe Ströme. Erst dachten wir: was für eine Verschmutzung mag das sein? Aber Herr Hatakeyama klärte uns auf: das sei Plankton. Auf dem Wasser waren eine ganze Reihe Flöße, erkennbar an den blauen Schwimmern, eingerichtet. Mittendrin ein Schiff mit einem sehr starken Kran, an dem die Käfige mit den Jakobsmuscheln zur Kontrolle und zur Ernte hoch gezogen werden können. Herr Hatakeyama erzählte uns, wie er an das Schiff gekommen ist. Auch in dieser Bucht war ja alles zerstört. Später meldete sich bei ihm ein Kollege, der alles verloren hatte, bis auf sein Schiff. Er bot Herrn Hatakeyama das Schiff als Geschenk an unter der Bedingung, dass er seinen Sohn auf diesem Schiff arbeiten ließe. So war beiden geholfen, der eine hatte das zur Muschelzucht nötige Schiff, der andere hatte wieder Arbeit.
Anschließend fuhren wir über Kesennuma nach Senmaya und trafen das Pfarrerehepaar, Pfarrer Mikawa und Pfarrerin Yaginuma. Sie zeigten uns die baufällige alte Kirche und die Baupläne sowie das Grundstück der neuen. Auch diese Gemeinde hat gerade mal 11 Mitglieder, baut aber eine beachtliche Kirche mit Gemeinde- und Pfarrhaus, weil sie in Senmaya eine Kultureinrichtung ist, die engen Kontakt zur Kommune hält und ihr gerne den Kirchsaal und die Parkplätze für kommunale Veranstaltungen zur Verfügung stellt. Wenn die Kirche fertig ist, wird sie einen Holzofen benötigen, den wir aus den deutschen Spendengeldern finanzieren werden.
Abends ging es nach Ichinoseki zum Übernachten. Dort suchten wir ein Restaurant auf, in dem Herrn Hatakeyamas Muscheln angeboten wurden. Leider ließ uns am kommenden Tag das Wetter dermaßen im Stich, dass wir auf dem schnellsten Weg nach Tokyo zurückfuhren.
Es ist ein merkwürdiges Gefühl in diesen letzten Wochen in Japan, alles nach und nach zum letzten Mal zu tun. Tohoku und die Kirchengemeinden von Miyako bis Ofunato kennen zu lernen war eine große Bereicherung. Ich hoffe, dass die Ev. Gemeinde Deutscher Sprache die im Katastrophenjahr geknüpften Kontakte weiter pflegen wird. Wir haben wunderbare Menschen getroffen. Auch von Deutschland aus werden die Umemotos Japan nach der Dreifachkatastrophe nicht vergessen und es den Menschen in Deutschland in Erinnerung rufen.

Fotos zu diesem Bericht finden Sie hier.



Violinkonzerte und Schrebergärten - 14./15. Juli 2012


In den frühen Morgenstunden des 14. Juli machten wir uns in bewährter Zusammensetzung (H.-P. Musahl, J. Kaiser und N. Boltze) auf eine insgesamt 1.300km lange Tour nach Ofunato und Kamaishi. Ziemlich genau vor einem Jahr sind wir in gleicher Besetzung, aber bei unendlich höheren Temperaturen, zum ersten Mal nach Tohoku gefahren.
Wir waren gespannt, wie sich die Situation vor Ort verändert hatte.



Unser erstes Ziel war der „Bamboo Garden“ in Ofunato, den wir gegen 14:30 nach zügiger Fahrt und einigen Kaffeepausen erreichten.

Frau Kasai und Herr Komatsu waren schon da, und wir konnten beim Einzäunen und Beete anlegen helfen.

Im Laufe des Nachmittages gesellte sich der Nachbar hinzu und versorgte uns mit Getränken und Herr Hariu kam stolz im gespendeten Toyota Wish (Danke an Familie Fallows!) vorbei.
Darin konnte er bequem eine behinderte Begleiterin mitbringen und deren Rollstuhl problemlos hinten im Auto transportieren, was mit den sonst üblichen Kleinstwagen („kei-cars“) nicht geht.

Status Bamboo Garden / Share Café:

- Zufahrt in den Wald zum Café ist befestigt und befahrbar.
- Altes Atelier ist abgerissen und einige Bäume gefällt
- Gartengelände ist 2m hoch eingezäunt und vor Wild gesichert.
- Erster Ackerboden ist angeliefert


Abends gab es zur Stärkung Sushi, ein erfrischendes Bad im Onsen und danach eine tolle Unterkunft auf dem Campingplatz „Fureailand“.
Sonntagmorgen bei Nieselregen trafen wir uns mit Frau Kasai und Herr Komatsu im Takkon Community Center zum Frühstück und anschl. Besprechung.

Nächste Schritte im Bamboo Garden:

- Holzdeck und kleine Gartenhütte (z.B. Containerbüro) als Basis für das Share Café aufbauen
- Weitere Gartenerde anschütten und mit Anpflanzungen fortfahren
- Das nahegelegene Behindertenheim noch stärker einbinden
- Mit einer „kick-off“ Veranstaltung (unter deutscher Beteiligung) die Aktion noch mehr möglichen Nutzern nahebringen (z.B. Kuchentafel, Oktoberfest mit Grill, Open-Air Konzert)

Es nieselte und wir fuhren zum Sakari Bahnhof, um das dortige NPO-Cafe zu besuchen. Leider hatten wir dieses Mal keine Kuchen dabei (sie sollen erst eine Woche später kommen), was der Herzlichkeit aber keinen Abbruch tat. Herr Kyoki Iwaki begrüßte uns und zeigte uns die Bilder im Gästebuch von unserem ersten Besuch im April. Uns wurde (wieder) deutlich, daß die Unterstützung der deutschen Community hier mit der monatlichen „Kaffeetafel“ sinnvoll und gern gesehen ist.

Das nächste Ziel war die Ofunato Grund-Schule, wo wir uns vor Ort die Möglichkeiten für einen Schülerhort ansahen. Die Schule liegt zwar nicht sehr hoch, aber direkt am Berghang mit Fluchtmöglichkeit. Es ist ein modernes (jedenfalls für jap. Bildungseinrichtungen) Gebäude und verfügt über genügend Platz.

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Schon beim letzten Besuch an Ostern hatten wir den einzigen Italiener am Ort erkundet, konnten aber damals nicht dort reservieren (für 16 Personen). Diesmal hatten wir mehr Glück und haben in der Trattoria „Porco Rosso“ bestimmt einen der besten Italiener in Tohoku gefunden. Die Küchenerfahrung aus Rom zahlte sich aus – wir werden gerne wieder kommen.


Gestärkt machten wir uns auf den Weg zum Bürgermeisteramt, wo sich Herr Kimaki Toda am Sonntagnachmittag eine Stunde Zeit für uns nahm.

Gut Englisch sprechend, mit Auslandserfahrung in HongKong, erzählte uns der ehemalige Sumitomo-Mitarbeiter zunächst von seinen Reisen nach Hamburg, Flensburg und Skandinavien, bevor er uns dann mit Karte und Bildern die Situation in seiner Gemeinde sehr anschaulich erläuterte.
Der Müll ist zum Großteil aufgesammelt, sortiert und der Aufarbeitung zugeführt.
Eine Nutzungsplanung der tiefliegenden Hafengebiete besteht und uns wurden Simulationen für zukünftige Gefährdungsgebiete in Abhängigkeit von der Höhe der zu errichtenden Schutzwälle gezeigt.

Das Hafengebiet lässt sich nicht schützen, dort werden weder Kinder (Schulen und Kindergärten) noch Altersheime und Krankenhäuser aufgebaut. Fluchtmöglichkeiten in höhere Lagen werden deutlich ausgeschildert und frei gehalten.
Überall (wir haben es selbst gesehen) werden in den Bergen Terrassen geschaffen und neue Wohngebiete erschlossen. Wo das nicht möglich ist, werden zwischen bestehende Häuser neue Wohnungen gebaut. Die Stadt kauft dafür die gefährdeten Grundstücke auf und weist neues Bauland in „Hochlagen“ zu.
Mit einem Schmunzeln lobt der Bürgermeister die noch vorhandene Obrigkeitshörigkeit seiner Bürger, die deutlich höher als in Tokyo ist. Dadurch werden solche Umsiedlungen ohne lange Streitigkeiten möglich.

Wir stellten ihm unsere Unterstützung in der Stadt Ofunato vor:

- BambooGarden / Share Café
- Kuchentafel im Sakari Bhf.
- Konzert in der Ofunato Kirche
- Schülerhort zusammen mit der österreichischen Botschaft

Ihm waren diese Aktionen alle bekannt und er bedankte sich für die Hilfe. Für weitere konkrete Unterstützung aus der Stadtverwaltung stellte er uns Herrn Kumazawa, den Leiter des Sozialreferates, vor.


Der letzte Termin in Ofunato war dann in der Kirche, wo uns Pfr. Muraya begrüßte und die Herren Prof. Katsuya Matsubara (Violine) und Shinji Urakabe (Klavier) ein kurzweiliges Konzert für ca. 35 Zuhörer gaben.


Mit unserem engen Zeitplan mussten wir zeitig zusammen mit den Musikern aufbrechen, um rechtzeitig im „Salon Inoue“ in Kamaishi (zum letzten Termin des Tages) zu erscheinen.
Dort begrüßten uns Frau Inoue, Herr Yamasaki und Herr Goda zu einem kleinen Hauskonzert, zu dem Herr Goda noch einige rotarische Freunde und Mitarbeiter aus der Stadtverwaltung mitgebracht hatte.
Ca. 15 Gäste (mehr hätten auch nicht in das Wohnzimmer gepasst) genossen die Musik (für uns schon das zweite Mal an diesem Tag). Die Künstler hatten am nächsten Tag noch zwei Auftritte in Kamaishi – wir verabschiedeten uns, um am Abend noch die ersten 100 km zurück Richtung Tokyo zu rollen.

(N.B. / 23.07.2012)

Über die Konzerte wurde in der lokalen Presse berichtet:











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Zuletzt geändert am 05.08.2012